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Digitale Zahlungen

Der digitale Euro hat die Abstimmung im Ausschuss des Europäischen Parlaments bestanden und wird voraussichtlich 2029 offiziell eingeführt.

Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments hat den Gesetzesentwurf für den digitalen Euro mit 43 Stimmen dafür und 14 dagegen verabschiedet und damit den Weg für Pilotversuche im Jahr 2027 und eine vollständige Einführung im Jahr 2029 geebnet. Der digitale Euro wird von der Europäischen Zentralbank ausgegeben und zielt darauf ab, die Währungssouveränität Europas zu wahren und die Abhängigkeit von US-Zahlungssystemen wie Visa und Mastercard zu verringern.

Digitaler Euro passiert Ausschuss des Europäischen Parlaments, Einführung für 2029 geplant

Europa hat einen weiteren entscheidenden Schritt bei der Einführung des digitalen Euros gemacht. Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments hat kürzlich mit 43 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen (1 Enthaltung) den Gesetzesentwurf für den digitalen Euro angenommen. Dies markiert einen weiteren Schritt in Richtung der offiziellen Einführung des digitalen Euros im Jahr 2029.

Branchenhintergrund

Das Projekt des digitalen Euros wird seit Jahren vorbereitet, in den letzten Jahren durch geopolitische Instabilität und die Abhängigkeit Europas von US-amerikanischen Zahlungsinfrastrukturen wie Visa und Mastercard beschleunigt. Die Europäische Zentralbank startete 2021 die Untersuchungsphase des digitalen Euros und trat 2023 in die Vorbereitungsphase ein. Die Gesetzgeber betrachten den digitalen Euro als wichtiges Instrument zur Wahrung der europäischen Währungssouveränität und Zahlungsunabhängigkeit, insbesondere vor dem Hintergrund einer zunehmend von nicht-europäischen Unternehmen dominierten globalen Zahlungslandschaft.

Derzeit ist der europäische Einzelhandelszahlungsmarkt stark von internationalen Kartenorganisationen abhängig, grenzüberschreitende Zahlungen sind teuer und ineffizient. Gleichzeitig stellt der Aufstieg privater digitaler Währungen und Stablecoins eine Herausforderung für die Autorität von Zentralbankgeld dar. Der digitale Euro soll eine sichere, private und kostenlos nutzbare öffentliche digitale Währung bieten, die sowohl offline als auch online verwendet werden kann.

Aktuelle Entwicklung

Der vom ECON-Ausschuss angenommene Entwurf umfasst mehrere Kernaspekte:

  • Ausgabe und Verteilung: Der digitale Euro wird von der Europäischen Zentralbank ausgegeben, alle Zahlungsdienstleister (einschließlich Banken, E-Geld-Institute, Postämter und regulierte Kryptowährungsanbieter) können an der Verteilung teilnehmen.
  • Nutzungsbeschränkungen: Für die private Haltung des digitalen Euros gilt eine Obergrenze (der genaue Betrag steht noch nicht fest); Unternehmen dürfen den digitalen Euro nicht halten, können jedoch Zahlungen bis zu 24 Stunden behalten. Der digitale Euro wird nicht verzinst.
  • Akzeptanz durch Händler: Die meisten Unternehmen werden verpflichtet, Zahlungen in digitalem Euro zu akzeptieren.
  • Teilnahme von Nicht-Euro-Ländern: Ein weiteres Dokument erlaubt Banken und Zahlungsdienstleistern aus EU-Mitgliedstaaten, die nicht den Euro verwenden, die Verteilung des digitalen Euros.
  • Bargeld- und Notfallplanung: Ein drittes Dokument verlangt von den Euro-Ländern, die Bargeldzugänglichkeit aufrechtzuerhalten und Notfallpläne für die Unterbrechung digitaler Zahlungen zu erstellen.

Erwähnenswert ist, dass die rechtsextreme Fraktion „Europäische souveräne Nationen“ im Parlament gegen den Vorschlag gestimmt hat, was bedeutet, dass bei der Abstimmung im Plenum möglicherweise eine erneute Abstimmung erforderlich ist. Es wird jedoch erwartet, dass die endgültige Genehmigung noch vor Jahresende erfolgen kann, woraufhin eine zweijährige technische Testphase beginnt, 2027 ein Pilotprojekt startet und 2029 die offizielle Einführung erfolgt.

Der Berichterstatter Fernando Navarrete Rojas erklärte: „Europa muss sich nicht zwischen dem digitalen Euro und erfolgreichen privaten Zahlungslösungen entscheiden. Wir brauchen beides, das zusammenarbeitet. Der Entwurf erkennt zu Recht den dualen Ansatz: Bestehende Standards und Infrastrukturen sollten so weit wie möglich wiederverwendet werden. Dies wird es europäischen Zahlungslösungen ermöglichen, sich an eine gemeinsame Akzeptanzinfrastruktur anzuschließen und grenzüberschreitende Interoperabilität zu erreichen.“

Auswirkungen auf das Finanzsystem

Der digitale Euro wird das europäische Finanzsystem in vielerlei Hinsicht beeinflussen:1. Effizientere Zahlungen: Der digitale Euro ermöglicht sofortige, kostenlose Zahlungen und kann die Kosten für den Einzelhandel, insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen, erheblich senken. 2. Finanzielle Inklusion: Personen ohne Bankkonto können den digitalen Euro über einfache Kanäle nutzen, jedoch könnte eine Obergrenze die Speicherfunktion einschränken. 3. Wettbewerb im Bankensektor: Banken laufen Gefahr von Einlagenabflüssen, da Nutzer einen Teil ihrer Einlagen in digitale Euro umwandeln könnten. Die Nullverzinsung und Obergrenzen sollen diesen Effekt abmildern. Geschäftsbanken können weiterhin Mehrwertdienste auf Basis des digitalen Euro anbieten. 4. Compliance-Kosten: Zahlungsdienstleister müssen ihre Systeme aufrüsten, um die Verteilung des digitalen Euro und die Transaktionsüberwachung zu unterstützen, was zu hohen anfänglichen Compliance-Kosten führt. 5. Risikomanagement: Der digitale Euro wird die Resilienz des europäischen Zahlungssystems stärken und die Abhängigkeit von einer einzelnen privaten Infrastruktur verringern.

Herausforderungen

Trotz der Fortschritte in der Gesetzgebung steht der digitale Euro vor mehreren Herausforderungen:

  • Datenschutz: Wie findet man die Balance zwischen Anti-Geldwäsche-Anforderungen und dem Schutz der Privatsphäre der Nutzer? Der Entwurf betont, dass Offline-Zahlungen die Privatsphäre schützen, während Online-Transaktionen weiterhin Compliance erfordern.
  • Cybersicherheit: Der digitale Euro muss sich gegen Cyberangriffe und Betrug schützen, insbesondere im Offline-Modus.
  • Technische Integration: Die Kompatibilität mit bestehenden Bank- und Zahlungssystemen muss hoch sein, um Doppelarbeit zu vermeiden.
  • Regulatorische Unsicherheit: Private Stablecoins (wie der MiCA-Rahmen der EU) könnten mit dem digitalen Euro konkurrieren oder synergistisch wirken, was eine kontinuierliche Abstimmung erfordert.
  • Öffentliche Akzeptanz: Es braucht Zeit, bis Verbraucher ihre Gewohnheiten ändern; die Benutzererfahrung der Offline-Funktion ist entscheidend.

Ausblick

In den nächsten drei bis fünf Jahren wird der digitale Euro die entscheidende Phase von der Gesetzgebung zur technischen Umsetzung durchlaufen. Der Pilotversuch 2027 wird die technische Machbarkeit und die Benutzererfahrung testen, und nach der offiziellen Einführung 2029 wird eine schrittweise Verbreitung erwartet.

Der digitale Euro könnte zu einem der weltweit führenden Beispiele für Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) werden. Sein "Zwei-Stufen-Verteilungsmodell" (Ausgabe durch die Zentralbank, Verteilung durch kommerzielle Institutionen) und das "Datenschutz zuerst"-Design könnten für andere Länder als Referenz dienen. Gleichzeitig wird der digitale Euro die Modernisierung der europäischen Zahlungsinfrastruktur vorantreiben und sich mit privaten Zahlungslösungen wie der European Payments Initiative (EPI) ergänzen.

Langfristig könnte der digitale Euro den geldpolitischen Transmissionsmechanismus Europas verändern, aber kurzfristig sind die direkten Auswirkungen aufgrund der fehlenden Verzinsung und der Besitzobergrenzen begrenzt. Wichtiger ist, dass der digitale Euro die Stellung des Euro im internationalen Währungssystem stärkt und die Abhängigkeit von externen Zahlungssystemen verringert. Auch die USA, China und andere große Volkswirtschaften treiben CBDCs voran; die globale Wettbewerbslandschaft digitaler Währungen nimmt Gestalt an.

Quellennutzung · fintechdaily

fintechdaily stellt diesen Hinweis in FinTech Daily verfolgt digitale Zahlungen, Bankinnovation, KI im Finanzwesen, Krypto, Web3 und globale Regu...; die Quellenlinks sollten vor jeder Wiederverwendung der Zusammenfassung geöffnet werden. Digitale Zahlungen / Bankinnovation / KI & Finanzen erklärt den lokalen redaktionellen Blick: Daten, Namen und Statuswechsel bleiben zu prüfen.

Source URLs

  1. https://www.finextra.com/newsarticle/47986/digital-euro-clears-european-parliament-hurdlePrimary

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